Vitalis

Persönlichkeiten

Ottokar Kernstock

25. Juli 1848 – 5. November 1928

Ottokar Kernstock, geb. in Marburg an der Drau, ab 1867 im Chorherrenstift Vorau, wo er 1871 zum römisch-katholischen Priester geweiht wurde, seit 1873 Kaplan in mehreren Gemeinden, seit 1889 Pfarrherr auf der Festenburg. Der einst gefeierte Dichter im Priesterrock war wie Kloepfer ein Zögling des Akademischen Gymnasiums und aktiv beim Akademischen Gesangverein (später Akademische Sängerschaft Gothia). Die Universität Graz zeichnete ihn 1919 mit einem Ehrendoktorat aus. Zu seinen bekanntesten Werken zählten Die wehrhafte Nachtigall (1900), Aus dem Zwingergärtlein (1901), Aus der Festenburg (1911). Kernstock galt seinerzeit als einer der populärsten Dichter Österreichs und als Aushängeschild steirischer Dichtkunst, nach dem etwa zahlreiche Gassen und Plätze in ganz Österreich benannt wurden. Wegen seiner fundamental-großdeutschen Gesinnung (und einiger martialischer Passagen in seinem Werk) wird er seit den 1970er-Jahren zunehmend scharfer Kritik unterstellt und tabuisiert. Seitdem werden Kernstocktopographica umbenannt (Kernstock-Schutzhütte, 2008 geändert in Hildegard-von-Bingen-Naturhaus, desgleichen Ottokar-Kernstock-Straße in Wien umbenannt in Jägerstätterstraße).