Vitalis

Persönlichkeiten

Otto Rembold

10. Februar 1834 – 3. September 1904

Besondere Wertschätzung hegte Kloepfer für seinen nachmaligen Chef Professor Otto Rembold, der zwischen 1876 und 1894 als Klinikvorstand der Inneren Medizin an der Grazer medizinischen Fakultät wirkte. Der in Ofen geborene Internist war „der letzte Assistent des großen Klinikers Skoda aus der Alt-Wiener Meisterschule, ein etwas schnurriger, alter Junggeselle, von unergründlichem, lebendigem Wissen, nicht toter Gelehrsamkeit, das er wie selbstverständlich, unauffällig und wie im geheimen meisterte, von Natur aus begabt mit dem Blick und Scharfsinn des unfehlbaren Diagnostikers und mit einem Verständnis der Wesensart eines jeden seiner Kranken, das ihm sogleich die Herzen gewann“. Rembold galt als „gewiegter Diagnostiker, von nüchternem Urteil und ungewöhnlich reicher Belesenheit“. Neben seinem Fach hielt er auch medizinhistorische Vorlesungen. Seine klinischen Diagnosen waren so verläßlich, daß sich – nach einer Äußerung Hans Eppingers – bei Rembolds Patienten Obduktionen erübrigten. Nach seinem Rückzug aus der klinischen Praxis übereignete Rembold seine wertvolle, 2500 Bücher umfassende Bibliothek dem Allgemeinen Krankenhaus. Seine Büchersammlung war der Ärzteschaft zu seinen Lebzeiten im Lesesaal im ersten Stock des Direktionsgebäudes zugänglich.