Vitalis

Persönlichkeiten

Fritz Fuchs

6. August 1887 – 16. Juni 1945

Fritz oder (eigentlich Fridericus) Fuchs, geb. 6. August 1887, ein angesehener Lehrer und Schuldirektor in Eibiswald, war schon Mitte der 1930er Jahre als Grenzlandvater oder Vater des Grenzlandes bekannt, da er sich in den Notzeiten nach dem Ersten Weltkrieg für die darbenden Bauern des zum Grenzland gewordenen Eibiswalder Gebietes einsetzte. Fuchs war als Lehrer außerordentlich beliebt, wurde von seinen Volksschülern geradezu „vergöttert“, hatte sich aber auch um außerschulische Belange verdient gemacht. Herbert Blatnik berichtet: „Für den Bau des Güterwegs von Mauthnereck nach Rothwein gelang es ihm zum Beispiel, dreißig Hochschüler von Wien und Graz zu gewinnen, die in wochenlangem Einsatz und ohne Bezahlung mit Schaufel und Krampen arbeiteten. Auch der Straßenbau nach St. Lorenzen war sein Verdienst. Wieder war es der Arbeitsdienst, den er dafür ins Grenzland lockte, damit die Bergbauern endlich ihr Holz und Vieh zu Tal bringen konnten.“ Aus Herbert Blatnik: Zeitzeugen erinnern sich an die Zeit 1938–1945 in der Südwest-Steiermark, Eibiswald 1997.

1938 trat Fuchs der NSDAP bei, verhielt sich aber so, „daß er nach den bestehenden österreichischen Gesetzen aus politischen Gründen nicht strafbar gewesen wäre. Er wird in der Bevölkerung als braver Schulmann geschildert, genießt in moralischer und politischer Hinsicht einen sehr guten Leumund.“ Stellungnahme des Gendarmeriepostens Eibiswald zu Fritz Fuchs am 15. Juni 1949; StLA, Akten der Sicherheitsdirektion Graz, 3018/1949, Karton 71a. Fuchs wurde am 16. Juni 1945 mit 13 weiteren Personen von slowenischen Partisanen verschleppt und sehr wahrscheinlich ermordet.