Vitalis

Persönlichkeiten

Anton Leb

1891–1965

Der damals jüngste Operationszögling der Grazer chirurgischen Klinik Dr. Anton Leb wurde auf Veranlassung des damaligen Vorstandes der Klinik Prof. Dr. Viktor von Hacker im Wiener Zentralröntgeninstitut von Guido Holzknecht, ferner auch in Stockholm und Frankfurt in medizinischer Röntgenologie ausgebildet. Zurück in Graz wurde Leb mit dem Auf- und Ausbau eines modernen Röntgeninstituts beauftragt. Zunächst wurde ihm 1921 die Leitung der 1920 an der chirurgischen Klinik eingerichteten und aus nur einem Röntgenraum bestehenden Röntgenabteilung übertragen. Das zur Arbeit erforderliche Radium stammte aus Joachimsthal in Böhmen, von wo 1918 tausend Milligramm nach Graz gelangt waren. Im Jahr 1923 erhielt Leb den Auftrag, diese Röntgenabteilung als Oberarzt zu einem fortschrittlichen Zentralröntgeninstitut für die wachsenden Bedürfnisse des Grazer LKH auszubauen, 1924 habilitierte sich Leb auf dem Gebiet der medizinischen Strahlenkunde. Die Röntgenabteilung wurde 1925 zu einem selbständigen Primariat aufgewertet, dem neben der Diagnose auch in der Therapie wachsende Bedeutung zukam und die über zwei Röntgentiefenbestrahler, eine Quarzlicht- und Diathermiestation, eine Radiumstation sowie einen Operationsraum verfügte. Da alle Kliniken des LKHs diesem ebenerdig im Westtrakt der chirurgischen Klinik gelegenen und damit leicht erreichbaren Institut ihre Patienten zuwiesen, explodierte die Patientenzahl von etwa 2.300 im Jahr 1923 auf bereits 65.000 anno 1951. Mit Lebs Initiative ist auch der Bau des neuen, im Stile der Zeit errichteten und 1955 eröffneten Zentralröntgeninstituts verbunden. Dazu gehörte eine röntgenoperative Station, eine Radium- und Isotopenstation sowie eine Heliotherapiestation im Dachgeschoß. Primarius Dr. Leb wurde im selben Jahr zum Wirklichen Hofrat ernannt und 1958 zum ersten Ordinarius des neuen Lehrstuhls für Röntgenologie an der nunmehrigen Universitätsklinik für Radiologie berufen. Von 1958 bis 1959 war Leb Dekan der Grazer medizinischen Fakultät. Norbert Weiss: Das Grazer Universitäts-Klinikum/Eine Jubiläumsgeschichte in hundert Bildern, S. 140f.