Vitalis

Medizingeschichtliches

Garnisonsspital

In Machers Medizinisch-statistischer Topographie des Herzogtums Steiermark aus dem Jahr 1860 findet sich eine Schilderung des Garnisonsspitals, wie es noch zu Kloepfers Zeit bestanden haben mochte: „Über den schönen Kellern (worunter der Wasserkeller der Apotheke) sind ebenerdig die Räume des Inspekzionpersonales, der Kanzlei, des Chefarztes, der Unterärzte und der kommandirten Mannschaft, die geräumige Apotheke, 2 Depositorien, 1 Küche zum Kochen der Arzneien, 1 Zimmer für den Apotheker-Senior und 1 für den Laboranten, 5 Krankenzimmer, 1 Zimmer für Irrsinnige, 1 ärztliches Inspekzionszimmer, die Küche, das Bad und mehre Magazin-Lokalitäten. Im 1. Stok sind 2 Zimmer für kranke Offiziere, 1 Kapellenzimmer, 1 Operazionszimmer, 13 Krankenzimmer (darunter 1 für Weiber und Kinder abgeteilt), 3 Zimmer für den Oekonomie-Offizier, einen Unterarzt und für ärztliche Requisiten. Im zweiten Stok sind 4 geräumige Krankensäle, unter dem Dache der Kräuterboden des Apothekers und Räume für verschiedene Requisiten. Die Aborte, im Ganzen 9, sind zwekmäßig und rein gehalten. Am Garten ist die Todtenkammer, die Sekzion- und die Desinfekzion-Kammer, die Kohlenkammer und das Laboratorium des Apothekers. Der Garten ist ein längliches Vierek von mehr als 2 Joch Flächeninhalt, und dient teils zur Erholung der Rekonvaleszenten in den schattigen Baumzeilen, teils als Gemüsegarten. Das Wasser der Brunnen ist nicht gut, oft auch nicht genügend, und gewöhnlich muß Wasser aus dem Koliseum zugeführt werden; in die Spitalküche fließt jedoch ein Zweigstrahl der Rosenberg-Wasserleitung.“ Mathias Macher: Medizinisch-statistische Topographie des Herzogtums Steiermark. Graz 1860, S. 379.