Vitalis

Graz

Die Landeshauptstadt war mit ihren hunderttausend Einwohnern der geistige Mittelpunkt des Herzogtums, und die große weite Welt für einen Buben aus Eibiswald. Inmitten der mittelalterlichen Stadt erhob sich der Schloßberg, wo altgediente k. k. Unteroffiziere unter dem Regiment eines Kommandanten die Ruinen der einst von napoleonischen Truppen gesprengten Festung bewachten. An seiner westlichen Flanke zog die Mur breit durch die Stadt, die Franz-Carl-Kettenbrücke überspannte den zuweilen reißenden Fluß aus dem gebirgigen Oberland und verband die mittelalterlichen Quartiere mit der gewerbefleißigen Vorstadt am rechten Ufer. Seit 1878 ruckelte eine Trambahn über die Annenstraße zum Grazer Bahnhof hinaus, einer wichtigen Station an der Südbahnstrecke. Die Landleute aus Wies, der zu Eibiswald nächsten Bahnstation, entstiegen ein paar hundert Meter weiter den Abteilen der Graz-Köflacher Eisenbahn, in ihren Körben und Säcken Gemüse und Selchwaren für die Grazer Märkte. Aus allen Himmelsrichtungen strömten Landeskinder in die Stadt, sich an Gymnasien, Akademien und Gewerbeschulen der Bildung zu befleißigen, oder gar an der hochlöblichen, von Erzherzog Karl von Innerösterreich 1585 begründeten Universität.