Vitalis

Eibiswald

Der freundliche Ort mit seinen anno 1870 etwa tausend Einwohnern lag an einem langgestreckten Marktplatz, „dessen vornehmster Schmuck die in den Jahren nach dem großen Brande von 1711 errichtete Mariensäule mit ihren vom Schloßherrn Josef Grafen von Schrottenpach gestifteten Statuen des heiligen Josef und Karl Borromäus war. Die geschlossene Häuserzeile, die den Platz heute säumt, ist allerdings in dieser Form erst nach dem großen Brand von 1854 entstanden. Früher lagen noch zwischen behäbigen Bürgershäusern die Keuschen der Kleinhandwerker in bunter Reihe“. Sowohl 1711 als auch 1854 hatten von den Stallungen des Lerch’schen Hauses, eines Anwesens im Besitz des Lebzeltmeisters und Brauherren Anton Lerch, verheerende Feuersbrünste ihren Ausgang genommen, denen zahlreiche Bauten des alten Marktes zum Opfer gefallen waren. Einer dieser Brandruinen war es bestimmt, Hans Kloepfers Elternhaus zu werden.

In der rührigen Marktgemeinde tummelten sich Ackerbauern und Viehzüchter, Handwerker und Keuschler, und nicht zuletzt die Arbeiter der k. k. privilegierten Stahlgewerkschaft zu Eibiswald und Krummbach. Dazu örtliche Patrizier im Bratenrock, Fuhrleute im blauen Kittel, Veteranen im verschlissenen Soldatenkleid, Hüterbuben mit dem Filzhut auf dem Kopf. Eine heitere Vielfalt, die dem künftigen Dichterarzt zum Maßstab seiner Liebe zu Land und Leuten werden sollte und seinen Volksbegriff bestimmte.